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PNP-Spendenaktion  |  03.12.2018  |  09:04 Uhr

"Mein Vater ist gestorben, weil er uns retten wollte"

von Philipp Hedemann

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"Meine Kinder haben noch ihr ganzes Leben vor sich", sagt Roshida Katum, die ihre Söhne Mohammed Rashid und Monjur Alam fest im Arm hält. Sie will das Beste aus ihrer schwierigen Situation machen und sich von "Ärzte ohne Grenzen" helfen lassen. −Foto: Hedemann

"Meine Kinder haben noch ihr ganzes Leben vor sich", sagt Roshida Katum, die ihre Söhne Mohammed Rashid und Monjur Alam fest im Arm hält. Sie will das Beste aus ihrer schwierigen Situation machen und sich von "Ärzte ohne Grenzen" helfen lassen. −Foto: Hedemann

"Meine Kinder haben noch ihr ganzes Leben vor sich", sagt Roshida Katum, die ihre Söhne Mohammed Rashid und Monjur Alam fest im Arm hält. Sie will das Beste aus ihrer schwierigen Situation machen und sich von "Ärzte ohne Grenzen" helfen lassen. −Foto: Hedemann


Auf der Flucht aus Myanmar wurde Mohammed Rashids Vater von einer Mine getötet. Nun müssen der Achtjährige, seine Mutter und seine Geschwister alleine im Flüchtlingslager zurechtkommen. "Ärzte ohne Grenzen" hilft ihnen dabei, die Trauer um den Familienvater besser zu verarbeiten.

"Papa ging vor mir. Plötzlich gab es einen lauten Knall. Dann sind wir alle zurückgerannt. Aber Papa kam nicht wieder." Mohammed Rashids Vater trat auf eine Mine, als er seine Familie in Sicherheit bringen wollte. Seine Frau, seine Tochter und seine drei Söhne leben jetzt schwer traumatisiert im Flüchtlingslager Kutupalong. Sie wollen im Krankenhaus der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" eine Psycho-Therapie beginnen.

Alle Berichte finden Sie auf der Sonderseite der PNP-Spendenaktion

Als Armee- und Polizeieinheiten das Dorf des achtjährigen Mohammed in Myanmar angriffen, flüchtete sein Vater mit ihm und seiner Familie in den Dschungel. Der Vater wusste, dass die Armee im Wald Minen verlegt hatte. Wo sie lagen, wusste er nicht. Darum ging er voraus, seine Familie sollte seinen Spuren folgen. Der Vater überlebte die Flucht nicht.

Das Bild des toten Vaters hat sich fest eingebranntAls Roshida Katum später mit ihren Kindern an die Stelle zurückkehrte, an der die Mine explodierte, fand sie im dichten Unterholz zunächst nur den Oberkörper ihres Mannes, die Beine hatte der Sprengsatz abgerissen. Ihrer zweieinhalb Jahre alten Tochter und ihren älteren Brüdern wollte sie diesen Anblick ersparen, doch die Kinder bestanden darauf, ihren Vater noch einmal zu sehen.

Die Bilder des verstümmelten Leichnams haben sich seitdem unauslöschlich in ihren Köpfen fest eingebrannt. Mittlerweile bereut Roshida Katum, dem Wunsch ihrer Kinder nachgekommen zu sein.

"Ich werde nie vergessen, wie Papa da ohne Beine lag", sagt Mohammed Rashid. "Aber ich werde auch nie vergessen, wie er mich früher immer auf den Arm genommen hat und mit mir zu dem kleinen Laden gegangen ist, um mir Süßigkeiten zu kaufen", ergänzt der Achtjährige. Wenn sein großer Bruder Monjur Alam an seinen getöteten Vater denkt, fällt ihm als Erstes ein, wie der ihn streichelte, wenn er krank war und ihm ins Ohr flüsterte: "Mach dir keine Sorgen, mein Sohn. Bald wirst du wieder gesund sein."

"Die Kinder und ich vermissen ihn die ganze Zeit. Er war so ein guter Vater und Mann. Wir haben uns sehr geliebt und uns nie gestritten", sagt seine Witwe. Nachdem sie ihn beigesetzt hatte, schlief sie eine Nacht auf seinem Grab, dann schlug sie sich voller Trauer um ihren Mann und voller Angst vor weiteren Minen mit ihren Kindern ins Flüchtlingslager Kutupalong im Süden Bangladeschs durch. Hier wohnen Mutter und Kinder in einer windschiefen, fensterlosen Hütte und versuchen, sich gegenseitig Trost zu spenden. So gut es eben geht. Meistens geht es nicht gut. Immer wieder fangen Mutter und Kinder unvermittelt an, zu weinen, immer wieder werden sie von Panikattacken heimgesucht, immer wieder bringen Albträume sie um den Schlaf.

"Für meine Kinder muss ich ja funktionieren""Hätte ich nicht meine Kinder, würde ich nicht mehr weiterleben wollen. Aber für sie muss ich ja irgendwie funktionieren", sagt Roshida Katum mit leerem Blick. Um Kraft und neuen Lebensmut zu bekommen, will die Witwe sich jetzt von Profis helfen lassen, sich mit ihren Kindern zur psychosozialen Beratung anmelden, die das Team von "Ärzte ohne Grenzen" traumatisierten Patienten wie Roshida und ihren Kindern in der MSF-Klinik in Kutupalong anbietet.

Die Mutter sagt: "Meine Kinder haben ihren Vater verloren. Aber sie haben noch ihr ganzes Leben vor sich. Auch wenn dies kein guter Ort für Kinder ist, wollen wir versuchen, das Beste daraus zu machen."

PNP-Redakteurin Eva Fischl und Autor Philipp Hedemann haben in den Flüchtlingscamps in Bangladesch recherchiert. Ab Samstag berichten sie regelmäßig über ihre Erlebnisse und die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen" vor Ort.

So können Sie helfen
Unser Partner in diesem Jahr ist "Ärzte ohne Grenzen" (MSF). Jeder gespendete Euro geht direkt an die Hilfsorganisation zugunsten vertriebener Rohingya und Menschen auf der Flucht. Ihre Spende auf das Konto mit der IBAN-Nummer DE 12 3702 0500 0009 8098 17 bei der Bank für Sozialwirtschaft ist selbstverständlich steuerlich absetzbar (Empfänger ist Ärzte ohne Grenzen e. V., bei Überweisungen aus dem Ausland bitte auch den BIC BFSWDE33XXX angeben). Bei Beträgen bis 200 Euro akzeptiert das Finanzamt einen Bankbeleg, bei höheren Summen stellt Ihnen "Ärzte ohne Grenzen e. V." eine Quittung aus. Dafür müssen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse bei der Überweisung angeben. Die Namen der Spender werden wie gewohnt in der Heimatzeitung veröffentlicht. Wenn Sie allerdings lieber anonym bleiben wollen, dann geben Sie dies bitte im Verwendungszweck an.






 

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