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PNP-Spendenaktion  |  06.12.2018  |  09:32 Uhr

Nach Alptraum in Myanmar beginnt neues Leben für Jannat

von Eva Fischl

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Schützend hält Jannat Bibi (18) die Hände über ihren Bauch. Die Rohingya hat im Flüchtlingslager ihr Glück gefunden und freut sich auf ihr erstes Baby. Dass sie es in der Obhut von "Ärzte ohne Grenzen" zur Welt bringen kann, bedeutet der werdenden Mutter sehr viel. −Foto: Fischl

Schützend hält Jannat Bibi (18) die Hände über ihren Bauch. Die Rohingya hat im Flüchtlingslager ihr Glück gefunden und freut sich auf ihr erstes Baby. Dass sie es in der Obhut von "Ärzte ohne Grenzen" zur Welt bringen kann, bedeutet der werdenden Mutter sehr viel. −Foto: Fischl

Schützend hält Jannat Bibi (18) die Hände über ihren Bauch. Die Rohingya hat im Flüchtlingslager ihr Glück gefunden und freut sich auf ihr erstes Baby. Dass sie es in der Obhut von "Ärzte ohne Grenzen" zur Welt bringen kann, bedeutet der werdenden Mutter sehr viel. −Foto: Fischl


Nach Tagen voller Trauer und Leid fängt für Jannat Bibi (18) ein neues Leben an. Im Flüchtlingslager Kutupalong verliebt sich die Rohingya und erwartet ihr erstes Kind. "Ärzte ohne Grenzen" hilft der jungen Frau durch die Schwangerschaft.

Selig lächelt Jannat Bibi (18) in sich hinein. Sie sitzt im Eingangsbereich des Gesundheitspostens von "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) im Flüchtlingslager Kutupalong auf einer Holzbank und wartet darauf, dass sie an die Reihe kommt. Die junge Frau sticht aus der wartenden Menge der Patienten heraus. Sie passt so gar nicht zu den traurigen, kranken und ausgemergelten Gesichtern um sie herum.

Alle Berichte finden Sie auf der Sonderseite der PNP-Spendenaktion

Der Grund für ihr Strahlen ist das Baby, das in ihr heranwächst. Jannat Bibi ist im sechsten Monat schwanger – ein Wunschkind. "Das Baby wurde mir von Gott geschenkt", ist die 18-Jährige überzeugt. Seit sieben Monaten ist die junge Rohingya verheiratet. Ihren Ehemann (19) hat sie im Flüchtlingslager kennen und lieben gelernt. Wie bei den Rohingya üblich, haben zwar die Eltern des Brautpaars die Ehe arrangiert. Doch Jannat Bibi ist mit der Wahl des Ehemanns zufrieden. "Er ist ein guter Kerl", sagt sie, während sie zärtlich über ihren kaum gewölbten Bauch streicht.

Dass sie eines Tages so glücklich sein könnte, hat Jannat Bibi vor eineinhalb Jahren nicht für möglich gehalten. Der Alptraum, der am 25. August 2017 über die Rohingya in Myanmar hereinbrach, suchte auch ihre Familie heim. "In Myanmar haben wir sehr gelitten", erzählt die 18-Jährige. Ihre Schwester sei vom Militär erschossen worden, ihr Bruder zu Tode gefoltert. Mit ihren Eltern entschied sie sich zur Flucht. Tausend Gedanken kreisten in ihrem Kopf, erinnert sich Jannat Bibi: Was erwartet uns? Werden wir auf der Flucht erschossen? Wer garantiert uns Sicherheit? Werden wir wieder zurückgeschickt?

Das sei heute noch ihre größte Angst. "Hier in Bangladesch fühlen wir uns sicher", sagt Jannat Bibi. "Hier möchte ich mein Kind großziehen." Sie freue sich aufs Muttersein, auch wenn sie nicht wisse, was sie erwarte. Dass es mit der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" medizinische Betreuer im Camp gibt, nimmt ihr die Angst vor der Schwangerschaft und der Geburt. "Ohne die Ärzte und ihre Klinik würde ich mich sehr unsicher fühlen", sagt Jannat Bibi. Sie möchte ihr Kind in der MSF-Klinik zur Welt bringen. "Wir haben nur eine ganz kleine Hütte mit nacktem Lehmboden. Eine Geburt in der Hütte – diese Vorstellung macht mir Angst."

Dass sie ihr Baby in der Obhut von "Ärzte ohne Grenzen" zur Welt bringen kann, bedeutet der werdenden Mutter viel. In Myanmar seien Schwangerschaften wesentlich risikoreicher, erklärt die junge Frau. Systematisch habe die Regierung die Rohingya von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. Schwangere Frauen seien auf sich allein gestellt. Die Anwesenheit der Hilfsorganisation im Flüchtlingscamp beruhige sie sehr, sagt die 18-Jährige.

Was es wird, weiß Jannat Bibi noch nicht. "Ich freue mich über ein Mädchen oder einen Jungen – egal, was Gott mir schenkt", sagt die 18-Jährige. Nur eines, das weiß sie schon jetzt. Sollte es ein Junge werden, darf ihr Mann den Namen aussuchen. Wird es ein Mädchen, entscheidet sie selbst. Und da hat Jannat Bibi schon einen Favoriten: "Nur" würde sie die Kleine taufen. Das bedeutet Licht – und erklärt das innere Strahlen der werdenden Mutter.

PNP-Redakteurin Eva Fischl und Autor Philipp Hedemann haben in den Flüchtlingscamps in Bangladesch recherchiert. Ab Samstag berichten sie regelmäßig über ihre Erlebnisse und die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen" vor Ort.

So können Sie helfen
Unser Partner in diesem Jahr ist "Ärzte ohne Grenzen" (MSF). Jeder gespendete Euro geht direkt an die Hilfsorganisation zugunsten vertriebener Rohingya und Menschen auf der Flucht. Ihre Spende auf das Konto mit der IBAN-Nummer DE 12 3702 0500 0009 8098 17 bei der Bank für Sozialwirtschaft ist selbstverständlich steuerlich absetzbar (Empfänger ist Ärzte ohne Grenzen e. V., bei Überweisungen aus dem Ausland bitte auch den BIC BFSWDE33XXX angeben). Bei Beträgen bis 200 Euro akzeptiert das Finanzamt einen Bankbeleg, bei höheren Summen stellt Ihnen "Ärzte ohne Grenzen e. V." eine Quittung aus. Dafür müssen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse bei der Überweisung angeben. Die Namen der Spender werden wie gewohnt in der Heimatzeitung veröffentlicht. Wenn Sie allerdings lieber anonym bleiben wollen, dann geben Sie dies bitte im Verwendungszweck an.






 

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